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Kanalhäfen NRW

06.12.2004
Konferenz "Seehafenhinterland NRW" im Düsseldorfer Verkehrsministerium
06.12.2004. Die Binnenschifffahrt, insbesondere im grenznahen Verkehr, hat noch ein erhebliches Wachstumspotenzial. Dies wollen die Häfen in Nordrhein-Westfalen künftig ausschöpfen.

Ziel ist eine engere Zusammenarbeit mit den Akteuren in den Seehäfen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen sowie den norddeutschen Küstenhäfen in Hamburg und Bremen, um das Potential der Hafen- und Wasserstraßeninfrastruktur künftig besser zu nutzen. "Davon werden alle profitieren", sagte NRW-Verkehrsminister Dr. Axel Horstmann am 4. Dezember in Düsseldorf anlässlich der internationalen Hafenkonferenz "Seehafenhinterland NRW" vor über 80 Spitzen der Hafenwirtschaft aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden. Es müsse ein gemeinsames Bewusstsein der Akteure in den Seehäfen und im Hinterland für den zukunftsfähigen Infrastrukturausbau und deren Nutzung im europäischen Kontext geschaffen werden, betonte der NRW-Infrastrukturminister. Auch die Seehäfen hätten ein hohes Interesse daran, ihr zunehmendes Umschlagsaufkommen zu einem hohen Anteil nicht auf der Straße abzuwickeln, sondern effizient und umweltverträglich mit dem Binnenschiff. Die intermodale Leistungsfähigkeit der Binnenhäfen sei dabei eine wichtige Voraussetzung. Die Zusammenarbeit von Seehäfen, Binnenhäfen, Verladern, Spediteuren, Distributeuren und Reedereien müsse insgesamt verbessert werden. Gemeinsames Ziel müsse es sein, im Wettbewerb der Regionen Europas die führende Rolle zu bewahren. "Kleinräumige Konkurrenzen sind dabei Vergangenheit und kontraproduktiv. See- und Binnenhäfen müssen strategische Partnerschaften eingehen", ergänzte Staatssekretär Jörg Hennerkes. Dabei sollten sich die Seehäfen in erster Linie auf das Verladen der Fracht konzentrieren, während die Lagerung der Güter an günstigen Standorten im Hinterland (Hub's) mit Anbindung an Binnenschifffahrt, Straße und Schiene stattfinden kann. Eine Entkopplung von Umschlag und Lagerung schaffe für alle win-win-Situationen mit erheblichen Kostenvorteilen. Während beim Seeverkehr die Möglichkeiten, Kosten zu reduzieren, weitestgehend ausgeschöpft sind, gibt es beim Weitertransport zum Verbraucher noch ein Einsparungspotenzial.

 
 
 
 
 
 
 
 

Nordrhein-Westfalen ist nach Angaben des Verkehrsministeriums das wichtigste Binnenschifffahrtsland in Deutschland. Es verfügt über 720 Kilometer Wasserstraßeninfrastruktur und 120 Häfen - davon 23 öffentliche und 97 private. NRW verfügt sowohl über den größten Binnenhafen Europas in Duisburg als auch über den größten Kanalhafen Europas in Dortmund. 125.000 Arbeitsplätze sind in NRW mit der Binnenschifffahrt verknüpft oder von ihr abhängig. Der größte Teil des NRW-Güterverkehrs (74 Prozent) wird heute allerdings noch über die Straße abgewickelt, darauf folgt die Binnenschifffahrt mit 16 Prozent. Gerade das Ruhrgebiet ist Ziel und Quelle bedeutender überseeischer Containerverkehre. Auf die niederländischen und belgischen Seehäfen entfielen 2000 rund 55 Prozent des gesamten nordrhein-westfälischen Containeraufkommens. Rund 2,8 Mio. Tonnen Güter im Überseecontainer kommen mit dem Binnenschiff von/ zu den NRW-Häfen. Dies entspricht 40 Prozent des Containerverkehrs (vgl. Straße 54 Prozent, Schiene 6 Prozent).